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NEUJAHRSEMPFANG DER PFARREIENGEMEINSCHAFT UND DER STADT VÖHRINGEN

städtische Mitteilungen

Feierliches Beisammensein zum Jahresbeginn 2026

Dieses Jahr fand der traditionelle Neujahrsempfang, zu dem die Pfarreiengemeinschaft Vöhringen zusammen mit der Stadt eingeladen hatte, am ersten Sonntag im Januar im Vöhringer Kulturzentrum Wolfgang-Eychmüller-Haus statt. 

Auch 2026 warteten wieder zahlreiche Vertreterinnen und Vertreter aus Politik, den religiösen Gemeinschaften, der Wirtschaft, den Vereinen, den Schulen sowie den Blaulicht- und Hilfsorganisationen auf, um zusammen mit Bürgermeister Michael Neher, Dekan Martin Straub, Pfarrer Dr. Jochen Teuffel sowie der Bürgerschaft das neue Jahr in festlichem Rahmen zu begrüßen. Unter den Anwesenden befanden sich auch Nehers Stellvertreter im Amt, Zweiter Bürgermeister Herbert Walk und Dritter Bürgermeister Ludwig Daikeler, Altbürgermeister und Ehrenbürger Karl Janson sowie Landrätin Eva Treu. 

Zu Beginn seiner Neujahrsansprache ging Bürgermeister Michael Neher rückblickend auf das vergangene Jahr 2025 ein – ein Jahr, das aufgrund der weltweit existierenden Krisen und Kriege uns allen viel abverlangte. Angesichts dieser Rahmenbedingungen sei gerade jetzt Zusammenhalt und ein respektvoller Umgang miteinander besonders wichtig. 

Hierauf verwiesen, ließ Neher einige erwähnenswerte Ereignisse in Deutschland und Bayern des Jahres 2025 chronologisch Revue passieren: 
So erwähnte er den von politischen Debatten über Migration, Wirtschaft und Sicherheit geprägten Jahresbeginn, die Bundestagswahl im Februar, die Beschlüsse zu Verfassungsänderungen für Verteidigung und Infrastruktur im März sowie den Regierungswechsel im Mai, einschließlich der Wahl von Friedrich Merz zum neuen Bundeskanzler. 
Der Sommer 2025 war geprägt von kulturellen Großveranstaltungen und Festivals. Politisch wurden Infrastrukturprogramme beschlossen, um die stagnierende Wirtschaft anzukurbeln. Besonders schön für Bayern: Im Juli erhielten Bayerns Königsschlösser den UNESCO-Welterbe-Status. 
Auf den Spätsommer und Herbst blickend erwähnte Vöhringens Bürgermeister die IAA Mobility in München mit ihrem Fokus auf Elektromobilität und Innovation, das Oktoberfest mit über sechs Millionen Besuchern sowie die UN-Klimakonferenz im November, während das Jahresende wieder von sicherheitspolitischen Reformen und generellen Sicherheitsdebatten geprägt war. 
Sein Fazit: 2025 war ein Jahr des politischen Umbruchs, wirtschaftlicher Herausforderungen und kultureller Höhepunkte – insbesondere in Bayern. 

Im Anschluss daran beleuchtete Bürgermeister Michael Neher die Entwicklung Vöhringens im vergangenen Jahr. Was die Finanzen betrifft, so ist zwar Vöhringen eine der finanzstärksten Kommunen im Landkreis Neu-Ulm, aufgrund hoher Kosten und gestiegener Ausgaben sei eine strenge Ausgabendisziplin allerdings unerlässlich. Sicherheitstechnisch wurde vor allem im Bereich der örtlichen Feuerwehren investiert und für die Zukunft geplant. Des Weiteren wies das Stadtoberhaupt auf etliche Projekte in Sachen Wohnen und Stadtentwicklung hin, die auch im Jahre 2025 kontinuierlich vorangetrieben wurden. Besonders schön sei für ihn, Projekte für Kinder und Familien begleiten zu dürfen – die Erweiterung der KiTa Nord beispielsweise sowie die Eröffnung der Kinderkrippe „Bärenhöhle“ im vergangenen Jahr. Beim Thema Umwelt setze man bewusst auf viele einzelne Schritte – von der Förderung von Balkonkraftwerken über das Pflanzen neuer Bäume bis hin zur Wiedervernässung der Wasenlöcher. Darüber hinaus stehe Vöhringen ganz klar hinter Kultur, Ehrenamt und Gemeinschaft. Abschließend appellierte das Stadtoberhaupt angesichts der anstehenden Kommunalwahl Anfang März, unabhängig vom Wahlausgang respektvoll und sachlich fair miteinander umzugehen und gemeinsam Lösungen für Vöhringen zu erarbeiten. 

Vöhringens katholischer Dekan Martin Straub begann seine Neujahrsansprache mit Segenswünschen zum Jahr 2026 und dem Hinweis, dass persönliches Wohlergehen uns alle existenziell betrifft, doch Gottes Segen und Hoffnung nicht einfach nur eigene Wünsche seien. Zentrales Thema seiner Rede war die Definition des Begriffs „Hoffnung“ im Wandel der Zeit, aber auch aus unterschiedlichster religiöser Sichtweise. Er schilderte, dass die alten Griechen in der Hoffnung nur eine Illusion sahen, die zur Jagd nach dem Unerreichbaren antreibt. Dementsprechend sparsam wurde der Begriff in der heidnischen Antike verwendet. Heutzutage sei dies anders. Wir verwenden den Begriff recht häufig, allerdings eher als Synonym für das Wort „wünschen“. Das Problem sei hierbei, dass die Enttäuschung über unerfüllte Wünsche schnell unser inneres Gleichgewicht bricht und Entmutigung generiert. Heilmittel sei nicht das Wünschen, sondern echte Hoffnung. Im Gegensatz zum Buddhismus, der alles Wünschen bzw. Hoffen auslöschen will, um menschlichem Leid zu entgehen und ins Nirvana zu kommen, sei der christliche Ansatz vollkommen anders: Wünsche zu verleugnen gelingt nicht wirklich. Die Sehnsucht des Menschen nach Glück wurde uns von Gott ins Herz gelegt. Es ist die Sehnsucht nach Erlösung und Rückkehr zum Schöpfer. Laut Dekan Straub sei Hoffnung nicht einfach Hoffnung – man müsse wissen, worauf man hofft. Und die Hoffnung der Christen habe einen Namen: Jesus Christus. Ihr Grund: die Auferstehung. Hoffnung im christlichen Sinne heißt: Gott ist treu – selbst wenn vieles zusammenbricht. Somit sei Hoffnung eine Kraft, die mitten in den Herausforderungen Bestand habe. 

Vöhringens evangelischer Pfarrer Dr. Jochen Teuffel stellte in seinem Neujahrsgrußwort, das unter dem Motto „Den Gürtel enger schnallen“ stand, die Frage nach der eigenen Lebenshaltung in den Mittelpunkt. 
Manche von uns hätten im vergangenen Jahr „den Gürtel enger geschnallt“, was durchaus auch Positives mit sich bringen könne, denn oftmals bedeute dies nicht nur Verzicht, sondern auch ein gewisses Plus an Beweglichkeit. Und wenn wir ehrlich seien: Uns geht es nicht schlecht. Vielleicht sogar ganz gut. Aber durch ständiges Vergleichen mit früher und mit anderen, kombiniert mit etwaigen Zukunftssorgen, kommt schnell Verbitterung, Unzufriedenheit und Murren auf. Ungerechtigkeiten werden entdeckt, Schuldige benannt. Zurück bleibt oft schlechte Stimmung und ein Vertrauensverlust in Institutionen und Politik. Es stelle sich die Frage, ob das eigentliche Grundproblem tiefer liegt. In unserer eigenen Lebenshaltung? In der Frage, was unserem Leben Sinn verleiht – unabhängig von äußeren Umständen? Ohne das Wissen um die Bestimmung des eigenen Lebens werde allein jegliche äußerliche Verbesserung der Lebensumstände keine Abhilfe schaffen. Vielleicht könne der Jahresanfang ja eine Einladung sein, den Gürtel nicht nur enger, sondern bewusster zu schnallen, beweglicher zu werden – im Denken wie im Handeln – und dankbar für das, was trägt. 

Im Anschluss daran fand der obligatorische Stehempfang statt. Dieser ermöglichte zahlreiche Begegnungen und nette Gespräche. 
Musikalisch umrahmt wurde der Neujahrsempfang auch 2026 wieder durch die Musikschule Dreiklang – mit Elias Perkins am Flügel und Adam Dipo Pangrekso an der Gitarre. 

Ein festlicher Start in das neue Jahr 2026!