DIE WASSERBÜFFEL IN DEN WASENLÖCHERN – EINE ERFOLGSGESCHICHTE!

Neues vom Beweidungsprojekt zwischen Vöhringen und Illerberg
Vor gut einem Jahr wurde im Naturschutzgebiet Wasenlöcher westlich von Illerberg das erste Wasserbüffel-Beweidungsprojekt im Landkreis Neu-Ulm offiziell gestartet (wir berichteten). Inzwischen hat sich das Gemeinschaftsprojekt von Stadt Vöhringen, Landkreis Neu-Ulm und Naturschutzpartnern zu einer echten Erfolgsgeschichte entwickelt.
Die Wasserbüffel sind längst zu einem Anziehungspunkt geworden. Besonders an Wochenenden besuchen zahlreiche Spaziergänger die Weideflächen, um die imposanten Tiere aus nächster Nähe zu beobachten. Für besondere Begeisterung sorgte im Herbst 2025 die Geburt des ersten Wasserbüffelkalbs. Kurz darauf folgte weiterer Nachwuchs, sodass mittlerweile mehrere Tiere auf der Fläche unterwegs sind.
Auch Kindergärten, Schulklassen und Feriengruppen aus Vöhringen und Illerberg nutzten bereits die Gelegenheit, die Tiere zu besuchen. So war kürzlich auch der Leiter des Vöhringer Jugendhauses, Günter Hiller, mit einer Gruppe von über 50 Kindern im Alter von 6–12 Jahren im Rahmen des Ferienprogramms „Pfingstfreizeit“ des JuHa Vöhringen in den Wasenlöchern bei den Wasserbüffeln. Direkt vor dem Gehege der Tiere bekamen sie eine Einweisung von Silke Heider, die das Projekt vor Ort schon von Anfang an mit Landwirt Manfred Prestele betreut.
Obwohl Wasserbüffel grundsätzlich als eher scheu gelten, haben sich die Tiere inzwischen an Besucher gewöhnt und zeigen sich oftmals neugierig und zutraulich. Auch dieses Mal kamen einige Tiere aus einiger Entfernung in die Nähe des Zaunabschnitts, von wo aus sie von den Kindern beobachtet und bewundert wurden.
Das Projekt dient speziell der naturnahen Pflege der rund 8,5 Hektar großen Moor- und Feuchtflächen im Schutzgebiet Wasenlöcher. Durch die extensive Beweidung soll die Verbuschung zurückgedrängt und die Ausbreitung des Schilfs eingedämmt werden. Gleichzeitig schaffen die Tiere durch ihr natürliches Verhalten neue Lebensräume für Amphibien, Libellen und Bodenbrüter. Seltene Arten wie das Tüpfelsumpfhuhn oder die bedrohte Sumpf-Heidelibelle profitieren von den neu entstehenden Strukturen.
Die Idee für das Projekt entstand bereits 2021. Maßgeblich vorangetrieben wurden Planung und Umsetzung von Umweltberaterin Laura Fröhlingsdorf von der Stadt Vöhringen gemeinsam mit der Unteren Naturschutzbehörde des Landkreises Neu-Ulm.
Für die praktische Betreuung der Tiere sind weiterhin Landwirt Manfred Prestele und Silke Heider verantwortlich. Nach einem Jahr Probephase ziehen alle Beteiligten eine positive Bilanz. Die zunächst „geleasten“ Tiere kehren bald ins Donaumoos zurück, während die Beweidung künftig mit eigenen Wasserbüffeln fortgeführt wird.
Die Stadt Vöhringen steuert den größten Weideflächenanteil mit 5,4 ha bei, der Landkreis besitzt 2,9 ha Flächenanteil und der Landesbund für Vogelschutz ermöglicht mit einem 0,1 ha großen Streifen, dass die verschiedenen Flächen zusammenhängend beweidet werden können.
Um die ganzjährige Nutzung der Flächen sicherzustellen, wurde von Stadt und Landkreis zudem eine neue Brücke über den Landgraben, der quer durch die Weideflächen verläuft, errichtet, damit die Tiere auch im Winter problemlos zwischen den Weidebereichen wechseln können.
Das Naturschutzgebiet „Wasenlöcher“ zwischen Vöhringen und Illerberg gehört zum europaweiten Schutzgebietsnetz „Natura 2000“ und gilt als eines der bedeutendsten Feuchtgebiete im Landkreis Neu-Ulm. Das Wasserbüffelprojekt zeigt eindrucksvoll, wie Landwirtschaft, Naturschutz und kommunale Zusammenarbeit gemeinsam zum Erhalt der Artenvielfalt, des Moorbodens und des natürlichen Wasserhaushalts beitragen können.
Die Verantwortlichen freuen sich über die große Akzeptanz in der Bevölkerung. Viele Besucher interessieren sich täglich für die Entwicklung des Projekts – und sind neugierig, ob es bald weiteren Wasserbüffel-Nachwuchs geben wird.


