VÖHRINGER MUSEUMSVERTRETER ZU GAST IN DER KUPFERSTADT HETTSTEDT

Fachlicher Austausch, gelebte Städtepartnerschaft und ein bewegendes Kupferfest
Auf Einladung der Stadt Hettstedt reisten Friedrich Schrode, Vorsitzender des Vereins der Vöhringer Stadt- und Industriegeschichte e.V., und Stadtrat Georg Thalhofer als weiterer Vertreter des Vöhringer Museums für Stadt- und Industriegeschichte am 16. und 17. Oktober 2026 in die Kupferstadt Hettstedt. Begleitet und eingeführt wurde die Vöhringer Delegation von Günter Volk, dem Partnerschaftsbeauftragten der Stadt Vöhringen. Da der Erste Bürgermeister Michael Neher terminlich verhindert war, überbrachte Günter Volk zu Beginn der Begegnung dessen herzliche Grüße und unterstrich damit die Bedeutung, die Vöhringen der langjährigen Städtepartnerschaft und dem persönlichen Austausch beimisst.
Im Mittelpunkt des Besuchs standen der fachliche Austausch zur Museumsarbeit, die Pflege der Städtepartnerschaft und die Teilnahme an traditionsreichen Veranstaltungen der Gastgeberstadt.
Direkt nach der Ankunft begann der thematische Austausch mit den Hettstedter Verantwortlichen. Auch Vertreter des Museums aus Bergkamen, einer weiteren Partnerstadt Hettstedts, nahmen daran teil. Dabei bot sich Gelegenheit, Erfahrungen aus der Museumsarbeit auszutauschen, Einblicke in die jeweiligen organisatorischen Strukturen zu gewinnen und über Möglichkeiten einer engeren Zusammenarbeit zu sprechen. Der anschließende Besuch des Mansfeld-Museums im Humboldt-Schloss vermittelte interessante Eindrücke von der Geschichte des Kupferschieferbergbaus und der industriellen Entwicklung der Region. Die Begegnung zeigte einmal mehr, wie Museen dazu beitragen können, Geschichte lebendig zu halten und Menschen über Stadtgrenzen hinweg miteinander zu verbinden.
Ein weiterer Programmpunkt war der Hettstedter „Tag des Ehrenamtes“, der bereits zum elften Mal stattfand. Im Rahmen eines feierlichen Festakts im Ratssaal zeichnete Hettstedts Bürgermeister Frank Tallig engagierte Bürgerinnen und Bürger für ihre besonderen Leistungen aus. Die Ehrungen, bei denen jeweils eigene Laudatoren die Verdienste der Ausgezeichneten würdigten, machten deutlich, wie wichtig ehrenamtliches Engagement für das gesellschaftliche Leben und den Zusammenhalt einer Stadt ist.
Der Höhepunkt des folgenden Tages war das traditionelle Hettstedter Kupferfest. Auf dem Marktplatz wurde Heidi I. offiziell als zweite Hettstedter Kupferkönigin in ihr Amt eingeführt. Besonders bewegend war dabei der Abschied ihrer Vorgängerin, die als erste Kupferkönigin dieses Amt bekleidet hatte. In ihrer emotionalen und zugleich engagierten Rede schilderte sie vor den Hettstedter Bürgerinnen und Bürgern, was diese besondere Aufgabe für sie bedeutet hatte. Mit spürbarer Überzeugung und großem persönlichen Einsatz vermittelte sie, wie viel Verantwortung, Identifikation mit der Heimat und Verbundenheit mit der Stadt mit dem Amt verbunden sind. Ihre Worte waren nicht nur ein würdiger Rückblick auf ihre Amtszeit, sondern zugleich eine herzliche Begrüßung und Ermutigung für ihre Nachfolgerin.
Die feierliche Übergabe machte eindrucksvoll deutlich, dass die Kupferkönigin weit mehr ist als eine Repräsentantin eines Festes: Sie steht für die Geschichte des Kupferbergbaus, die Identität Hettstedts und den Stolz der Menschen auf ihre Heimat. Die Herzlichkeit und die spürbare Begeisterung der Beteiligten verliehen der Zeremonie eine ganz besondere Atmosphäre.
Für Friedrich Schrode und Georg Thalhofer war der Besuch eine wertvolle Gelegenheit, neue Eindrücke zu gewinnen, Kontakte zu vertiefen und Gemeinsamkeiten in der Museums- und Geschichtsarbeit zu entdecken. Günter Volk begleitete die Begegnungen als Bindeglied zwischen den Städten und trug dazu bei, die partnerschaftlichen Kontakte weiter zu festigen. Die Gespräche mit den Hettstedter Gastgebern und den Vertretern aus Bergkamen unterstrichen, wie lebendig und bereichernd der Austausch zwischen Partnerstädten sein kann.
Der Besuch in Hettstedt verband auf gelungene Weise fachliche Impulse mit eindrucksvollen Einblicken in das kulturelle Leben der Stadt. Er zeigte, dass gelebte Städtepartnerschaft nicht allein von offiziellen Begegnungen lebt, sondern vor allem von persönlichen Gesprächen, gegenseitigem Interesse und der gemeinsamen Wertschätzung von Geschichte, Tradition und ehrenamtlichem Engagement.


