Schreib-Challenge

Vöhringen wurde vor 40 Jahren, am 25. Juni 1977, zur Stadt erhoben.

Zu diesem jungen Jubiläum suchte die Stadt deshalb auch junge Menschen

zwischen sieben und siebzehn Jahren, die erzählen sollten wie schön es ist, in Vöhringen zu wohnen und zu leben.

Trotz aller moderner Medien wie Handy und Computer beteiligten sich einige junge Bürgerinnen und Bürger der Stadt an diesem literarischen Wettbewerb und manche brachten richtige Liebeserklärungen für ihre Stadt Vöhringen zu Papier.

Was die Kinder zu Papier brachten, war auch allemal sehr interessant und lesenswert.

So war es denn fast selbstverständlich, dass sich Bürgermeister Karl Janson besonders gefreut hatte, diese jungen Literaten bei der Preisverleihung auszeichnen

zu dürfen.

Der Jury für diesen Wettbewerb gehörten Frau Heike Häußler-Paul, Rektorin der Grundschule Illerberg, an, ferner Frau Lidwina Kling, die Leiterin der Stadtbücherei, Frau Annette Netter, die Leiterin des Kulturamtes der Stadt Vöhringen, Herr Peter Kelichhaus, Mitglied des Stadtrates und örtlicher Buchhändler, sowie Bürgermeister Karl Janson.

Es war nicht leicht für die Jury.

Im Grunde waren alle würdige Preisträger.

Doch nach der öffentlichen Auslobung mussten auch fünf geldwerte Sonderpreise

vergeben werden.

Diese Sonderpreise gingen an Melina Gaupp, Sophia Huber, Leroy Kempf,

Leon Wischenbarth und Mia Bernecker.

Sie erhielten auch ein kunstvolles Notizbuch und einen wertvollen Füllhalter mit persönlicher Namensgravur.

Letztlich aber freuten sich alle, denn für jeden Teilnehmer gab es auch einen Eisgutschein für das Eiscafe Cortina in Vöhringen.

 

Der 11jährige Leon Wischenbarth hat seine Geschichte „Timo der Turmfalke von Vöhringen“ aus der Vogelperspektive  erzählt.

 

„Ich heiße Timo, bin ein Turmfalke, und schlüpfte vor drei Jahren im wunderschönen Vöhringen an der Iller aus einem weiß-braun gefleckten Ei.

Mein Horst ist auf der Marienkirche, dem ältesten Haus von Vöhringen, deshalb ist es mein Lieblingsplatz.

Ich zeige und erzähle euch heute mit einem kleinen Rundflug rund um Vöhringen die schönsten Plätze und wichtigsten Stätten der Stadt.

Von meinem Horst aus sehe ich, wie öfters an einem Montagnachmittag im Jugendhaus der Kindermalkurs des Kunstforums stattfindet.

Gegenüber liegt das bekannte Kulturzentrum Wolfgang-Eychmüller-Haus, kurz WEH genannt.

Darin macht gerade ein Sänger die Generalprobe für seinen Auftritt am Abend…

Nach rechts blickend sehe ich die Uli Wieland Schule, wo gerade ein paar Schüler nachsitzen müssen. …

Mein Flug führt mich anschließend nordwärts über die großen Wieland-Werke.

Die Tagschicht hat gerade Feierabend, weshalb die Arbeiter nach Hause strömen.

Für Vöhringen ist die Fabrik sehr wichtig, bietet sie doch vielen Menschen einen guten und sicheren Arbeitsplatz….“

 

Die 15jährige Mia Bernecker beschreibt in ihrem Beitrag  „Zurück aus der Zukunft“  die Stadt Vöhringen rückblickend aus der Zukunft, aus dem Blickwinkel in einer Zeit, in der die Welt von Robotern regiert wird und sämtliches Grün aus der Stadt verschwunden ist.

 

„…Ich riss meinen Mund auf und starte auf das wunderschöne Wohngebiet.

Jedes der Häuser hatte einen Vorgarten, mit blühenden Sträuchern und Büschen….

Ich lief um das Haus herum und blickte durch die Fenster, um etwas sehen zu können…

Ein kleiner Junge, um die zwölf stand dort. Ich atmete langsam aus, noch den Schock verarbeitend.

Dann drehte ich mich freundlich lächelnd um.

„Ich bin gar nicht hier“. „Hä?“, der Junge sah mich verwirrt an.

Nach kurzem Ringen und Stottern hatte ich dem Jungen erklärt, dass ich gar nicht von hier war, sondern aus der Zukunft und dass ich eigentlich gar nicht hier war, weil das alles gar keinen Sinn ergab.

Er nickte nur und lacht dann: „Weißt Du was?“, meinte er. „Ich zeige dir Vöhringen.

Alles von hier. Ich kann sowieso nicht schlafen.“

Zusammen fuhren wir durch die stillen Straßen und erreichten ein großes, weiß-rotes Gebäude.

“Das ist meine Schule.”, erklärte mir der Junge.

“Es ist ein Gymnasium und mega groß. Um die 700 Schüler glaube ich.”

Ich traute meinen Ohren nicht. Gymnasium? “Und hier ist die Turnhalle.”, unterbrach der Junge meine Gedanken. Ich nickte nur.

Wir fuhren noch in die sogenannte “Innenstadt”, wo wir noch ein “Wolfgang-Eychmüller- Haus” vorfanden, welches ich wunderschön fand.

Der Junge meinte, dass dort immer große Veranstaltungen stattfinden würden.

Wir sahen ein riesiges großes Werksgelände, dessen Name glaub ich Wieland war.

Dann gab es noch schöne Spielplätze, weitere Schulen und Kindergärten, mehrere große,

fantastische Seen, Flüsse, Kirchen, Supermärkte…

Es war wie ein Traum. Ein toller Traum….“

 

Sophia Huber, 10 Jahre, hat ihren Beitrag „Meine Stadt“ als Märchen

- beginnend mit „Es war einmal“ – verfasst.

Darin geht es um einen alten Bürgermeister, dessen Kinder Valentina und

Andreas darum streiten, wer von ihnen einmal die Nachfolge ihres Vaters im Amt des Bürgermeisters antreten sollte.

Der Vater stellt die Geschwister auf die Probe und muss dabei feststellen, dass seine Tochter sehr hartherzig ist.

Hingegen sein Sohn Andreas nicht.

„ Der Bürgermeister steckte Andreas in die Kirche nach Illerberg dort verliebte er sich in die charmante Katrin.

Doch sein Vater sagte: “Wenn Du sie heiratest, kannst Du nicht Bürgermeister werden“.

Aber Andreas sagte: „ Da folge ich lieber meinem Herzen, denn ich liebe sie!“

Der Bürgermeister sah, dass Andreas mehr seinen Gefühlen folgte als seiner Machtgier.

Das war nämlich der Plan des Bürgermeisters, er wollte, dass der, der mehr Herz hat, seine Stadt regieren sollte.“

 

Im zweiten Teil dieser schönen Auszeichnungsfeier machten

Nuno Tavares aus Portugal und Ilja Mook aus Holland in einer hübsch

aufbereiteten und sehr lebendigen wie kindergerechten Inszenierung deutlich,

wie ein Buch entsteht, angefangen von der Idee der Autoren bis hin zum druckfertigen Buch.

Nach einer solchen langen Reise voller lustiger Akrobatik, bei der Albertino,

so war der Name des Autors, die große Entdeckung der Schreiberei machte, ging es über Papier, Schreibfeder, Tinte und Druckmaschine hin zu einem schönen Buch

„Es war einmal …“.

Das größere Publikum und vor allem die Kinder waren begeistert von diesem spannenden Zirkusschauspiel, dieser lebendigen Reise in eine große und weite Fantasiewelt, begleitet von vielen Zaubertricks, akrobatischem Seiltanz und einer großen Jonglierkunst.