Liederkranz Vöhringen - Wind unter meinen Flügeln


An beiden Veranstaltungstagen war das Vöhringer Kulturzentrum „Wolfgang-Eychmüller-Haus“ jeweils bis auf den letzten Platz besetzt.
Mit großer Erwartung waren die zahlreichen Zuhörer und Freunde des Liederkranz Vöhringen auch schon seit Wochen freudig auf dieses Konzert gespannt.
Diese Erwartungen konnten denn auch mehr als erfüllt werden.
Realschuldirektor Johann Gutter hatte die Mitglieder seines Liederkranzes Vöhringen bestens vorbereitet.
Ihm oblag als versiertem Musiker und Dirigent, als Initiator dieses Chorkonzertes, als Arrangeur und Regisseur, die Gesamtleitung dieses musikalischen Feuerwerks.
Mit akribischer Perfektion hielt Johann Gutter als souveräner Meister des Genres „Chorgesangs“ in all seinen vielen Facetten die musikalischen Fäden stets sicher im Griff.
Man spürte förmlich seine Freude bei diesem gelungenen Auftritt.

Ein großes Bild einer bunten Blumenwiese bot sich den Gästen schon beim tänzerischen Auftakt mit graziöser Anmut und Leichtigkeit der Ballettschule Wüsthoff aus Illertissen.
Eine Metapher für die Vielfalt in unserem Leben und die Ziele, die wir anstreben.
Elegant bewegten sich die jungen Tänzerinnen als Elfen, Schmetterling, als kleine Bienchen, Marienkäfer, Ameisen, Grashüfer und Blumen auf der großen Bühne.
Dem Ballett folgte dann der Chor unter dem Motto „Gold von den Sternen“.
Man muss hinaus in die Gefahr, wenn man das Gold von den Sternen sucht.
Aus dem beschützten Dasein hineingeworfen in das Leben, das geht leicht im Märchen, aber ist für jeden jungen Menschen ein Abenteuer.
Gut, dass man hier einen väterlichen Freund zur Seite hat, dem man vertrauen kann und zur Seite steht.
Denn das Leben ist von Geburt an ein Abenteuer.
So entwickelte sich auch ein großer Dialog zwischen Nick und Tom, überzeugend dargestellt von Nick Körber und Tom Croèl.
Auch Leonie Horst und Irene Weithmann wussten in diesen Dialog einzustimmen.
„Lebe deine Träume“, so die weitere musikalische Zielsetzung, die durch traumhafte Video-Effekte noch sichtbar verstärkt wurde.

Die weiteren Szenen „Ich wollte nie erwachsen sein“, „Ein Lied für alle, die einsam sind“, „Auf zur Demo“ und das wunderschöne „Halleluja“ verdeutlichen sehr ausdrucksstark diesen Weg zum Morgen, an das man nur glauben und sich immer wieder neue Ziele setzen muss.
Kristine Knittel und Monika Öehrle setzten hier mit ihren kristallklaren und bestens aufeinander abgestimmten Stimmen einen ganz besonderen Glanzpunkt.

Zuvor schon zeigten Karin Rother und Johanna Kaffarnik ihr stimmliches Talent.
Der 2. Akt wiederum nahm seinen Auftakt gesanglich dargestellt mit der Szene
„Ich will, ich kann – I will, I can“, mit Tom Croèl und Kristine Knittel als Solisten.

Wie auch immer im Leben stellt sich die Frage, ob die Liebe nicht zur Enttäuschung wird.
Kein Kommen ohne Gehen, kein Leuchten ohne Nacht, ohne Enttäuschung kein Verstehen.
In dieser Rolle wussten Nick Körber und Hannah diese immer wieder sich stellende Lebensfrage nicht nur gesanglich bestens in den Focus zu stellen.

Dir gehört mein Herz“, „Du bist der Wind in meinen Flügeln“ bis hin zu den Szenen „Jeder Abschied ist der Anfang einer Reise“ skizzierten die große Vielfalt dieser musikalischen Lebensreise, die schließlich in dem großen Song „Music was my first love“ endete.

Ein wirklich emotionales und vielumjubeltes Konzert, eine starke Gesamtkomposition mit herausragenden Solisten, die zuweilen dem Chor szenisch vorauseilten und sich dann wieder sehr einfühlsam einfügten
Die Solisten Karin Rother, Kristine Knittel, Hannah Lara-Müller, Monika Oehrle, Nick Körber und Tom Croèl zeigten allesamt eine erstaunliche stimmliche Bandbreite.
Sie wussten in allen jeweiligen Soloparts bestens zu überzeugen, teils sanft und leise, teils kräftig und ergreifend.
Beeindruckend die große harmonische Stimmgewalt, die zuweilen wohlige Gänsehaut verursachte.
Alle Solisten setzten ihre jeweiligen Gesangsthemen auf ihre ganz eigene und besondere Art treffend und mit viel Herz um.
Gerade auch die Duette waren brillant aufeinander abgestimmt und hielten die Spannung stets aufrecht.
Die ansprechenden und bewegenden Texte, so z.B. von Johanna Keller oder auch Leonie Horst mutig und beherzt rezitiert, die warmherzigen Plaudereien zwischen den Liedern, die schöne Rahmengeschichte, all dies ließ eine lebhafte Dynamik erwachsen, die durch die Bachtrompete, gespielt von Karl Seitz, noch eine weitere klangliche Konzertante erfuhr.
Und Ralf Hoffmann am Keybord hielt dieses musikalische Monument rhythmisch und einfühlsam zusammen.
Man spürte auch bei ihm seine große Konzerterfahrung.
Das starke Finale der Chorsänger, Solisten, Musiker und Dirigenten ließ letztlich eine verschworene Singgemeinschaft erfahren, vereint im bunten und fröhlichen Schlussakkord und einer großartigen Zugabe von Frau Kristine Knittel, wiederum als sichere und facettenreiche Solistin.

Fazit:
Ein äußerst gelungener emotionaler Konzertabend im Vöhringer Kulturzentrum.
Der Abend war einfach nur grandios (siehe auch Sonderseite!)