Volkstrauertag 2015

Auch eine Delegation aus der Partnerstadt Vizille, Frankreich, mit Bürgermeister Jean-Claude Bizec, nahm an diesen Gedenkfeiern teil.
Bürgermeister Karl Janson erinnerte in seiner Ansprache zunächst an die Schreckensbilder des Ersten und Zweiten Weltkrieges, die nur noch ganz wenigen der bei dieser Gedenkfeier Anwesenden aus eigener persönlicher Erinnerung gegenwärtig seien.
70 Jahre liege bereits das Ende des Zweiten Weltkrieges zurück.
Am 8. Mai 1945 habe der Zweite Weltkrieg in Europa mit der Kapitulation der deutschen Wehrmacht geendet.
Seit dem 8. Mai 1945 schweigen in Europa endlich die Waffen.
Der Zweite Weltkrieg habe binnen sechs Jahren weltweit rund 60 Millionen Menschenleben gefordert, als Soldaten gefallen an der Front, in Konzentrations-lagern ermordet, bei Bombenangriffen umgekommen und verbrannt, gestorben an Gewalt, Kälte, Hunger und auf der Flucht.
Die Bilanz des Zweiten Weltkrieges sei erschütternd:
Die Sinnlosigkeit und Grausamkeit dieses Krieges werde allein anhand dieser Schreckensbilanz deutlich.
70 Jahre nach diesem unermesslichen Leid sind wir aber nicht mehr allein in der Erinnerung, so Bürgermeister Janson.
Wir als Deutsche, unsere Gäste und Freunde aus Frankreich, und alle Völker Europas verbinde ein gemeinsames "Nie wieder" und eine gemeinsame Verantwortung für den Frieden in Europa.
70 Jahre Kriegsende, dies sollte uns allen eine Mahnung für alle Zeit sein.
Gleichwohl müsse man sich gegenwärtig fragen, haben die Menschen unserer Zeit nichts dazugelernt?
Millionen Menschen sind gegenwärtig auf der Flucht vor Verfolgung, vor Krieg, vor Terror, vor unmenschlicher Gewalt und Grausamkeit, aber auch vor Not und Hoffnungslosigkeit.
Noch fassungsloser machen aber die Ereignisse vom 13. November 2015 in Paris.
Diese grausame Anschlagswelle, diese sinnlose und albtraumhafte Terrorserie, dieses Inferno des Terrors, diese menschenverachtende Gewalt, sie sei eine Kriegserklärung nicht nur gegen Frankreich, sondern gegen uns alle, mitten in Europa, ja es sei dies eine Kriegerklärung gegen die Menschlichkeit auf unserer Erde.
„Wir sind sprachlos über diese unfassbaren Taten. Wir sind tief bestürzt und trauern in diesen Stunden und Tagen des Leidens und der Verzweiflung mit unseren Freunden aus Frankreich um die vielen, vielen Opfer. Unsere Anteilnahme gilt den Opfern“, so wörtlich Bürgermeister Karl Janson.
„Frankreich und Deutschland wussten den Weg des Friedens nach dem Zweiten Weltkrieg zu gehen.
Aus den vormaligen Feinden wurden Freunde.
Unsere beiderseitige Städtepartnerschaft ist ein sichtbares Zeichen dieser Versöhnung und Freundschaft.
Deshalb müssen wir sorgsam sein, ein hohes Verantwortungsbewusstsein für diese Werte haben und aktiv, jeden Tag auf’s Neue für Freiheit und Frieden eintreten“, so abschließend Bürgermeister Janson.

Bürgermeister Jean-Claude Bizec, Vizille, brachte eingangs seiner Ansprache zum Ausdruck, dass er nach den schrecklichen Ereignissen in Paris mit seinen Gedanken bei den bis ins Mark betroffenen Familien sei.
Diese Attentate hätten ein weiteres Mal zahlreiche unschuldige Opfer gefordert.
Er trage umso mehr eine tiefe Verbundenheit und großen Respekt für all jene, die sich der Bewahrung und Weitergabe des Gedenkens verpflichtet fühlen, in sich.
Es sei dies eine Pflicht zu Erinnerung, die es an die zukünftigen Generationen weiterzugeben gelte, auf dass das Leiden niemals in Vergessenheit gerate.
Aus den Trümmern der schrecklichen Geschichte wurde die deutsch-französische Freundschaft aufgebaut, zunächst auf der Ebene vieler lokaler Initiativen und hunderten von den Bürgermeistern unterzeichneten deutsch-französischer Städtepartnerschaften.
Man müsse nun gemeinsam wachsam bleiben angesichts der jederzeitigen möglichen Bedrohungen und Konflikte, die stets neue Formen annehmen.
In diesen unruhigen Zeiten sei eine Gemeinschaft von zwei Ländern wie Frankreich und Deutschland aufgerufen, sich mit einer einzigen Stimme zu erheben:
„Plus jamais ca!  – Nie wieder!“