Vöhringer Lesung

Herbsttage der Literatur

Und der Herbst ist wohl geradezu prädestiniert, der Literatur mehr Raum zu geben.Der Herbst macht ja auch richtig Lust auf’s Lesen.So durften die Freunde der Literatur in Vöhringen einmal mehr wohltuende und anregende Herbsttage der Literatur im Kulturzentrum „Wolfgang-Eychmüller-Haus“ genießen. Der Stadt Vöhringen war es gelungen, zwei Autoren erster Klasse und ganz unterschiedlichen Genres zu gewinnen.Am ersten Abend war Hera Lind, die bekannte deutsche Sängerin, Bestsellerautorin und Fernsehmoderatorin, zu Gast in Vöhringen.Sie gab einen erfrischenden und äußerst unterhaltsamen Einblick in ihr persönliches Leben und die große Vielzahl ihrer Erfolgsromane, u.a. „Verdammt in alle Ewigkeit“, „Verwechseljahre“, „Männer sind wie Schuhe“, „Schleuderprogramm“, „Die Champagnerdiät“, „Herzgesteuert“ oder die Erfolgsmache“.Ihre Bücher erreichten bis heute eine Auflage von mehr als 13 Millionen.Hera Lind allein schon ist Garant für einen gelungenen Literaturabend, ihre Bücher sind wie blühende Beete der Literatur, die auch manche Widersprüche in unserem Leben, in unserer Gesellschaft aufzeigen und diese bewusst machen, andererseits aber auch noch genügend Phantasie lassen für den Mut und einen Aufbruch nach neuen Ufern, wie dies Bürgermeister Karl Janson ausdrückte.Das Jens Wimmers Boogie Trio, welches diese Vöhringer Lesung musikalisch umrahmt hatte, gab diesem unvergessenen Abend noch eine ganz besondere zusätzliche Note.

Nicht weniger unterhaltsam war der Abend mit dem großen und bekannten Buchautor, Herrn Bodo Kirchhoff, der erstmals in Vöhringen seinen jüngsten Roman „Verlangen und Melancholie“ vorgestellt hatte.
Bodo Kirchhoff, ein Schriftsteller erster Klasse, er hat zahlreiche Erzählungen, Reportagen, Theaterstücke, Essays, Romane und auch Drehbücher bereits verfasst, u.a. „Der Sandmann“, „Wo das Meer beginnt“, „Eros und Asche“, oder „Die Liebe in groben Zügen“.
In seinem Roman „Verlangen und Melancholie“ erzählt er äußerst ausdrucksstark, was in einem Menschen wohl vorgehen mag, der eines Tages einen Brief erhält, der nichts Gutes verheißt; einen Brief mit einem schwarzen Rand und handschriftlich verfasster Adresse.
Obwohl seines Wissens im Bekanntenkreis niemand gestorben ist, lässt er ihn aus Angst ungeöffnet.
Er nimmt den Brief wie die Angst aber mit auf eine Reise, die mit alten Erinnerungen neue Assoziationen weckt.
So brillant, wie Herr Bodo Kirchhoff, können wohl nur wenige einen solchen Reisebericht schreiben, vor allem über das Wesen des Schmerzes, des Begehrens und der Liebe.
Am Ende der Lesung beantwortete Bodo Kirchhoff gerne noch Fragen seiner aufmerksamen Zuhörer, die damit einen noch tieferen Einblick in das Leben eines Schriftsellers und die Entstehung eines solchen umfassenden Romans erhielten.
Schön auch das Ambiente, diesmal im Foyer des Vöhringer Kulturzentrums.