Vöhringen hat ein neues Museum

Es war ein richtiger Kraftakt. Viele Briefe und Telefonate waren erforderlich, hier ein Gespräch, dort ein freundliches Nachfassen – es war nicht immer leicht, all die vielen Exponate zu sammeln und zu sichten. Wie sehr das neue Museum der Vöhringer Stadt- und Industriegeschichte aber bereits in der Stadt Vöhringen selbst verankert ist, zeigte der große Zuspruch der Bevölkerung zur Museumseröffnung. Er ist aber auch zu erkennen an der großen Zahl der Objekte, die diesem Museum überlassen wurden. Diese Exponate spielen auch die Hauptrolle in der neuen „Dauerausstellung“, ohne sie ist das neue Vöhringer Museum nicht denkbar. Das neue Vöhringer Museum ist insofern auch ein großartiges Gemeinschaftswerk – viele, viele haben daran mitgewirkt. Sie haben etwas ganz Besonderes geschaffen. 

Groß war deshalb die Freude des 1. Vorsitzenden Oliver Bathray vom Verein der Vöhringer Stadt- und Industriegeschichte, als er Ende letzten Monats die Eröffnung des ersten Museums in der Stadt Vöhringen feiern durfte.
Vor nicht ganz sieben Jahren wurde der Verein gegründet.
Walter Nothelfer, der vormalige 1. Vorsitzende und Initiator des Ganzen, war schon seit jeher ein begeisterter Erforscher der Vöhringer Geschichte, wie dies Oliver Bathray anerkennend zum Ausdruck brachte.
Neben Herbert Walk fand Herr Nothelfer damals noch weitere Interessierte, die bereit waren, die Geschichten und Bilder Vöhringer Bürgerinnen und Bürger zu sammeln, aufzuarbeiten und der Öffentlichkeit zur Verfügung zu stellen.
Der Verein habe sich von Beginn an zum Ziel gesetzt, die gesammelten städtischen und industriegeschichtlichen Dokumente, Bilder und Schaustücke in eigenen Ausstellungsräumen, ja einem eigenen Museum zu präsentieren und vergangene Epochen sichtbar zu machen, wie dies der 1. Vorsitzende, Herr Oliver Bathray anmerkte.
Dies bedeute, wir wollen zeigen, wie unsere Vorfahren gelebt, gearbeitet und gewirkt haben.
Wir wollen zeigen, was sie bewegt hat, aber auch, was sie bewegt haben.
Es sind oftmals nicht die großen historischen Ereignisse, die sich deshalb in der Präsentation unseres Museums niederschlagen.
Für den Verein seien vielmehr Vorgänge mit lokalem und regionalem Bezug entscheidend.
Es interessiere die städtische Geschichte.
An vielen Stellen werde allerdings erschreckend deutlich, wie häufig sich dann eben doch die „große“ Geschichte in unserem Bereich, in das Leben unserer Vorfahren ausgewirkt habe.
Deshalb solle das Museum sogleich auch immer einen Ort darstellen, der zum Nachdenken darüber anregen kann, welche Werte, Maßstäbe und Überzeugungen für uns aktuell noch Sinnhaftigkeit und Bedeutung besitzen sollten.

Landrat Thorsten Freudenberger sagte in seinem Grußwort, man solle nicht nur fragen, was sich in der Vergangenheit im Land getan habe, sondern auch das eigene Umfeld erforschen.
Geschichte lade zur Erinnerung ein, aber auch dazu, manches kritisch aufzuarbeiten. Wer die Zukunft gestalten wolle, müsse die Vergangenheit kennen.
Auch sei Geschichte kein abgeschlossenes Kapitel, sondern etwas, das sich immer weiter entwickle.
Landrat Thorsten Freudenberger dankte allen, die an der Errichtung dieses Museums tatkräftig mitgewirkt haben.
Sein besonderer Dank galt dem Ehepaar Nothelfer und Herrn Bürgermeister Karl Janson, der großzügig die Räumlichkeiten für dieses Museum bereitgestellt habe.

Bürgermeister Karl Janson selbst bemerkte, dass der Tag der Museumseröffnung in der Tat ein kleiner Meilenstein in der noch jungen Vereinsvita sei, ja auch ein echter Grund zum Feiern.
Er beglückwünschte den 1. Vorsitzenden und das gesamte Vorstandsteam zu diesem bemerkenswerten Ereignis und brachte allen, die sich hier einbrachten seine persönliche Anerkennung zum Ausdruck.
Mit diesem Museum habe der Verein der Vöhringer Stadt- und Industriegeschichte einen weiteren kulturellen Akzent in der Stadt Vöhringen gesetzt.
An welchem Ort könne man auch mehr über die Kultur, die Geschichte, das Leben der Menschen erfahren, als an einem Museum.
Museen seien kulturelle Erlebnisorte, Museen seien örtliche Mittelpunkte des kulturellen Lebens, der Geschichte und des Lebens der Menschen in einer Stadt, Region oder einem Land.
Dieses Museum dokumentiert in kompakter Form, ja in ansprechender und lebendiger Weise unsere Vergangenheit hier vor Ort.
Das Museum vermittelt das Typische, das Einmalige und das Unverwechselbare unserer Vöhringer Stadt- und Industriegeschichte.
Und diese anschauliche Begegnung mit den Exponaten der zurückliegenden Zeit und Epochen, diese unmittelbare Begegnung werde sicher mit dazu beitragen, Identität mit unserer Vöhringer Stadt- und Industriegeschichte zu schaffen und auch die Heimatverbundenheit und das Geschichtsbewusstsein der Bürgerschaft zu stärken.
Ein Rundgang durch dieses Museum werde dem Besucher eine erlebnisreiche Zeitreise über eine immerhin mehr als 850 Jahre alte Stadtgeschichte ermöglichen.
Als 1. Bürgermeister der Stadt Vöhringen freue er sich so ganz besonders über diese Initiative.
Das Museum sei ein großartiger Beitrag zur lebendigen Erinnerungskultur in der Bevölkerung.
Und mit der Erinnerung stiften wir Identität.
Als Geschenk übergab Bürgermeister Karl Janson neben einem Geldpräsent ein weiteres Exponat für dieses Museum, einen Original-Vöhringer-Kanaldeckel aus dem Jahre 1910.