Neujahrsempfang 2014

Zum diesjährigen gemeinsam von der Stadt Vöhringen und den Pfarrgemeinden St. Michael Vöhringen und St. Ulrich Illerzell veranstalteten Neujahrsempfang 2014 im Josef-Cardijn-Haus waren zahlreiche Vertreter der Kirchen, der örtlichen Vereine und Gemeinschaften, der Unternehmen, der Ärzteschaft wie auch viele Mitbürgerinnen und Mitbürger der Stadt Vöhringen und den Stadtteilen Illerberg-Thal sowie Illerzell der Einladung gefolgt.
Kein Platz war mehr im großen Saal zu finden.
Hannes Opferkuch, ein junger begeisterter Musiker aus Aalen, wusste gleich zu Beginn des Neujahrsempfanges am Piano mit einer seiner wunderschönen Eigen-kompositionen einen sehr gelungenen Auftakt zu geben.
Stadtpfarrer Michael Menzinger rief in seiner Begrüßungsansprache dazu auf, aus den kommenden 365 Tage etwas zu machen und vor allem „mit Gott ins neue Jahr zu gehen“.
Auf den Heiligen Vater, auf Papst Franziskus, bezugnehmend forderte er auf, dass sich auch die Gläubigen „reformieren“ sollten.
Das für das Jahr 2013 ausgerufene Jahr des Glaubens sei nicht mit dem Jahr 2013 beendet.
Der Glaube bedürfe ständiger Betätigung und Erneuerung.
In einem  kleinen Rückblick würdigte Pfarrer Michael Menzinger die Höhepunkte im parrkirchlichen Leben der beiden Pfarrgemeinden St. Michael Vöhringen und St. Ulrich Illerzell, insbesondere den Besuch des Apostolischen Nuntius Erzbischof Dr. Jean-Claude Périsset, der anlässlich des 100jährigen Jubiläums der Grundsteinlegung der Pfarrkirche St. Michael der Pfarrgemeinde und auch der Stadt Vöhringen einen mehrtätigen Besuch abgestattet hatte.
In einem kurzen Ausblick ging Stadtpfarrer Michael Menzinger ferner auf die neue Pfarreigemeinschaften ein.
Bürgermeister Karl Janson öffnete in seiner Ansprache weit das Tor, die Türe zum neuen Jahr 2014.
Betrachten wir das große Tor zur Welt, so überkommte uns vielleicht große Angst, so der Bürgermeister.
Fast überall kriegerische Auseinandersetzungen, Terror und Gewalt, Revolutionen, Naturkatastrophen sowie Armut und Hungersnot.
Mehr als 1,4 Milliarden Menschen leben in extremer Armut.
5,6 Millionen Kinder sterben jährlich.
Über 45 Millionen Menschen seien auf der Flucht.
Man möchte das große Tor zur Welt am liebsten wieder schließen.
Betrachten wir die nächste Ebene, das Tor zu Europa, so müssen wir feststellen, dass auch Europa ein Sorgenfall ist und wohl auch noch einige Zeit bleibt.
Das politische Gebilde Europa wanke.
Das Tor zu Europa muss aber offen bleiben, wie dies die Bundeskanzlerin in ihrer Neujahrsansprache heute gesagt habe: „Die Fortschritte unseres Landes sind stets davon abhängig, dass wir auch in Europa vorankommen.“
Europa ist unsere Zukunft, wie dies Bürgermeister Karl Janson beräftigte.
Und dazu können alle Ihren Teil beitragen, wenn am 25.Mai 2014 die Europawahl stattfinde.
Wagen wir aber auch einen Blick durch die Tür auf unser Land Deutschland.
Im Augenblick geht es uns Deutschen insgesamt recht gut.
Die Deutschen seien optimistisch wie selten, sie konsumieren geradezu rauschhaft und scheinen mit sich im Reinen.
Der Job sei relativ sicher, die Euro-Krise flaue offensichtlich ab und mit der großen Koalition regiere nun wohl die Wunschkonstellation für einen breiten Konsens.
Auch die Jugend sehe in Deutschland eine ideale Bühne, um die privaten und beruflichen Wünsche verwirklichen zu können.
Der Zuversichtsvirus habe die stets verzagten und von Ängsten und Komplexen getriebenen Deutschen immer stärker erfasst, wie es gestern in einer großen Tageszeitung hieß.
Auch die Sehnsucht nach Sicherheit habe dies nicht relativiert.
Die Deutschen schätzen weiterhin eine überversicherte Behaglichkeit.
Der Blick durch die Tür auf Deutschland erscheine mithin recht positiv.
Die aktuellen Wirtschafts- und Konjunkturprognosen zeigen ein sehr freundliches Bild.
Die deutsche Wirtschaft sei auch im neuen Jahr 2014 im Aufschwung und lege an Tempo zu, so zumindest die Prognose des Münchner Ifo-Instituts, also blendende Aussichten.
Nun fehlt noch ein kurzer Blick durch die Türe auf Bayern.
Wie sagte der Bayerische Ministerpräsident Horst Seehofer vor kurzem und auch in seiner diesjährigen Neujahrsansprache: „Es ist ein Glück, in Bayern zu leben!“ „Wir leben im Paradies“.
Welche Gedanken kommen dann Ihnen, liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger, bei der Türe, dem Tor zu Vöhringen, stellte Bürgermeister Karl Janson die Frage.
Unsere schöne Stadt Vöhringen mit unseren Ortsteilen Illerberg-Thal und Illerzell hat zugegebenermaßen sehr viele schöne Türen und Tore, viele bunte und attraktive Facetten.
Auch Vöhringen sei etwas Einzigartiges, Einmaliges und Vöhringen sei, wenn man die Worte des Bayerischen Ministerpräsidenten richtig auf Vöhringen transformiere und interpretiere, eine „Fünf-Sterne-Stadt." Vor allem dann, wenn es um ein lebenswertes Wohnumfeld, um Arbeitsplätze, um Bildungsergebnisse, um kulturelle, sportliche sowie soziale Leistungen gehe.
Im Grunde habe die Stadt diese Prämierung im Jahr 2013 auch von ganz offizieller Stelle erhalten, der Bayerischen Staatsregierung mit Zustimmung des Bayerischen Landtages.
War Vöhringen bislang lediglich Unterzentrum mit Siedlungsschwerpunkt, so sei es nach jahrzehntelangen Bemühungen endlich gelungen, im neuen Landesentwicklungsprogramm Bayern (LEP) gemeinsam mit unserer Nachbar-kommune Senden als „Mittelzentrum“ ausgewiesen zu werden.
Zentrale Orte sind der Motor der Entwicklung Bayerns.
Sie nehmen ganz wichtige Vorhalte und Versorgungsfunktionen für ihre Städte, aber auch das gesamte Umland war.
Man könne und dürfe auch stolz sein, stolz vor allem auch auf unsere soliden Finanzen.
Obgleich man in den letzten mehr als fünfzehn Jahren sehr viel in unsere Stadt Vöhringen und all unsere Einrichtungen investiert habe, stehe man mit einer „Pro-Kopf-Verschuldung“ in Höhe von ca. 165,00 € bis 180,00 € oder nominell mit einem Schuldenstand in Höhe von nur mehr ca. 2,1 bis 2,3 Millionen € sehr gut da.
Trotz dieser sehr günstigen Ausgangslage und des derzeitig sehr günstigen Zinsniveaus wolle man aber weiterhin sehr solide hauswirtschaften und die noch gegebene nominelle Verschuldung weitgehend Zug um Zug zurückführen.
Dies werde kein leichter Weg sein.
Große Herausforderungen und große anstehende Investitionen in den nächsten Jahren binden auch finanziell in hohem Maße.
Nach derzeitiger Einschätzung würde man allein für die kurzfristig anstehenden Aufgaben wie die Neugestaltung des Kirchplatzes, der neuen Rathaus-Mitte, der Bahnhofstraße und des Bahnhofareals mit der alten Poliere, Investitionen in unsere Schulen und Kindertagesstätten, den Neubau des Feuerwehrgerätehauses in Illerberg, die Neugestaltung des Dorfplatzes in Thal, ... einen Kreditbedarf in Höhe von fast 7 Millionen € benötigen.
Dies sei ein enormes und kostenaufwändiges Aufgabengebiet.
Hier gelte es, teilweise und vor allem zeitliche Abstriche zu machen.
Es lasse sich auch wohl nicht alles auf einmal im Jahre 2014 bewältigen.
Vieles von dem, was das Leben in unserer Stadt Vöhringen mit unseren Stadtteilen Illerberg, Thal und Illerzell aber attraktiv mache, beruhe auch auf Initiativen und dem Einsatz der Menschen vor Ort, einem großen bürgerschaftlichen Engagement, für welches er seine hohe Anerkennung und seinen Dank ausspreche.
Allein deshalb dürfe man mutig, hoffnungsfroh, mit Zuversicht, Freude und auch stolz die Tür im neuen Jahr 2014 in unserer Stadt Vöhringen mit ihren Stadtteilen Illerberg, Thal und Illerzell aufstoßen.
Abschließend wünschte er allen ein friedvolles, gesundes, ein glückliches und gesegnetes Neues Jahr 2014, dass sich stets ein neuer Horizont auftue, dass immer eine Brücke da sei, die über manche Abgründe führe, dass immer Licht am Ende eines jeden Tunnels sichtbar werde und dass sich stets eine neue Tür öffne.
Mögen alle Ihre Wünsche, Visionen und Hoffnungen in Erfüllung gehen.
Der evangelische Pfarrer Dr. Jochen Teuffel erklärte in seinem Grußwort zum Neujahrsempfang, dass jeder Mensch einen eigenen Namen habe und dass sich mit dem Namen immer auch das Leben eines Menschen, zum Beispiel das, was einem widerfahre, was man erreicht habe, verbinde und was andere Menschen wertschätzen an diesem Menschen mit diesem Namen.
Sich mit dem eigenen Namen dem Votum anderer zu stellen, sei besonders im Hinblick auf die Kommunalwahl im März 2014 anerkennenswert.
Er brachte seine Hoffnung zum Ausdruck, dass andere Menschen mit dem Namen Wertschätzung entgegenbringen oder aber mitfühlend zu sprechen wissen.
Mit dem, was ihr tut, soll Euer Namen einen guten Klang bei anderen Menschen haben, so Pfarrer Dr. Teuffel abschließend.
Mit guten Klängen und Tönen leitete Hannes Opferkuch am Piano über zum kleinen Imbiss, Getränk und gemeinsamen Gespräch der vielen Gäste, die diese Gelegenheit auch reichlich nutzten und sich gegenseitig die besten Wünsche zum Neuen Jahr 2014 überbrachten.