Fronleichnamsfest

Sehr viele Pfarreiangehörigen und Mitbürgerinnen und Mitbürger folgten dieser Einladung.
Das Vöhringer Rathaus und viele Häuser in der Stadt wiesen mit Blumenschmuck und Fahnen auf den besonderen Festtag hin.
Stadtpfarrer Michael Menzinger nahm in seiner Predigt Bezug auf die Entstehungsgeschichte dieses Festes der Kirche.
Fronleichnam ist das Hochfest des Leibes und Blutes Christi.
Es entstand im 13. Jahrhundert, im Wesentlichen auf Anregung einer Frau Juliana von Lüttich.
Vor kurzem führte die Pilgerwallfahrt der Pfarrei St. Michael die Gläubigen in die Nähe von Lüttich in Belgien.
Die Ordensschwester und spätere Einsiedlerin hatte dort seit 1208 Visionen, die ihr auftrugen, in der Kirche die Einführung eines Festes zur Verehrung der Eucharistie zu betreiben. 
Einige Jahre nach dem Tod der heiligen Juliana führte das Bistum Lüttich 1246 tatsächlich das Fronleichnamsfest ein, und bereits 18 Jahre später dehnte Papst Urban IV. die Feier des Leibes und Blutes Christi auf die gesamte Kirche aus.
Seine Beliebtheit verdankt dieser Festtag vor allem der reich geschmückten Prozession, bei der die Elemente der Eucharistie durch die Straßen getragen werden.
Unter einem reich geschmückten Baldachin trägt der Priester bei der Prozession hoch erhoben die Monstranz mit dem Allerheiligsten.
An vier im Freien aufgebauten Altären werden Fürbitten gebetet, und der Priester erteilt den Segen, so auch in Vöhringen.

Begleitet von den Gläubigen, Herrn Landrat Thorsten Freudenberger, Herrn 1. Bürgermeister Karl Janson, Herrn 2. Bürgermeister Herbert Walk und Mitgliedern des Vöhringer Stadtrates sowie den ehrwürdigen Schwestern des Konvents der Dillinger Franziskanerinnen trug Stadtpfarrer Michael Menzinger im Anschluss an den Pontifikalgottesdienst die Monstranz mit dem Allerheiligsten durch die Straßen der Vöhringer Innenstadt.
Mitglieder der Kirchenverwaltung assistierten Stadtpfarrer Michael Menzinger  unter dem Tragehimmel.
Der Weg führte bei strahlendem weißblauen Himmel vom Kirchplatz über die Ulrichstraße hin zum Stadtcenter und von dort über die Vöhlinstraße zum Altar vor dem Vöhringer Rathaus.

Auf dem Weg wurde an den schön und liebevoll geschmückten Altären Station gehalten, ehe die Prozession vom Hettstedter Platz wieder zurück zur Pfarrkirche St. Michael führte, in der Stadtpfarrer Michael Menzinger den eucharistischen Segen mit der Monstranz erteilte.
Mit dem Lied „Großer Gott, wir loben dich“ klang die Fronleichnamsfeier aus.

Beim anschließenden Weißwurstfrühstück und frischen kühlen Getränken unterhielt die Stadtkapelle Vöhringen beim Pfarrheim die Gäste.

Das Fronleichnamsfest der Pfarrei St. Michael war einmal mehr ein gemeinsames und öffentliches Bekenntnis und eine Demonstration des Glaubens.
Sie war auch Ausdruck eines Gottesvolkes auf Wanderschaft und ein wenig wohl auch Zeichen einer Vision, wie sie 1209 die Augustinernonne Juliana von Lüttich hatte.