Amtseinführung von Hochw. Herrn Pfarrer Martin Straub und Begrüßung von Hochw. Herrn Kaplan Daniel Rietzler

Die offizielle festliche Amtseinführung erfolgte am Sonntag, 21. September 2014, in der voll besetzten Pfarrkirche St. Michal Vöhringen.
Kirchenpfleger Andreas Kaffarnik und Bürgermeister Karl Janson holten die beiden Geistlichen am Pfarrhof ab.
Mit festlichem Glockengeläut und Marschmusik, begleitet von den Musikkapellen
Illerberg/Thal und Bellenberg, und einer Vielzahl von Fahnenträgern der örtlichen Vereine, hielt Pfarrer Martin Straub und mit ihm zahlreiche Geistliche aus nah und fern Einzug in die Pfarrkirche.

Mit großer Herzlichkeit wurde Pfarrer Martin Straub begrüßt.
Groß war die Freude insbesondere auch über die Anwesenheit von Herrn Monsignore Josef Hochenauer, Monsignore Hermann Zimmerer, Pfarrer Raffaele de Blasi, Pfarrer Klaus Bucher, Pfarrer Antony Pullokaran und Pfarrer Dr. Joachim Seiler, die mit ihrer Anwesenheit nicht zuletzt ihre langjährige Verbundenheit zu Vöhringen zum Ausdruck brachten.
Dekan Markus Mattes führte den neu ernannten Pfarrer eindrucksvoll gemäß dem Ritus zur Feier der "Amtseinführung des Pfarrers" in sein priesterliches Amt ein und übergab ihm die Ernennungsurkunde des Augsburger Diözesanbischofs Dr. Konrad Zdarsa.

Pfarrer Martin Straub sprach in seiner Predigt vom „Weinberg des Herrn, der nun größer geworden sei“.
Er griff damit die Thematik auf, dass mit seinem Amtsantritt in Vöhringen auch die neue Pfarreiengemeinschaft Vöhringen, bestehend aus den Pfarreien St. Michael Vöhringen, St. Ulrich Illerzell, St. Martin Illerberg und der Pfarrei „Unsere liebe Frau vom Rosenkranz“ Bellenberg, gleichzeitig einen Neubeginn feiere.
Er habe Respekt vor dieser großen Aufgabe, so der neue Seelsorger.
Er vertraue aber auf die Hilfe Gottes.
Er zeigte zugleich Verständnis für offene Fragen und manche Sorgen der einzelnen Pfarreien, die mit dieser Pfarreiengemeinschaft verbunden seien.
Alle Mitglieder seien deshalb aufgerufen, das Gemeinsame zu suchen.
Als Zeichen der gelebten Gemeinschaft wertete er das beispielhafte Mitwirken der Gläubigen aus allen Pfarreien, die der neuen Pfarreigemeinschaft angehören, beim Festgottesdienst selbst.

Beim anschließenden Empfang der Stadt Vöhringen im Kulturzentrum „Wolfgang-Eychmüller-Haus“ griff auch Bürgermeister Karl Janson das in der katholischen Kirche viel diskutierte Thema der Pfarreiengemeinschaft auf, mit dem er schon als damaliger Dekanatsratsvorsitzender des Dekanats Illertissen betraut war.
Die Sorge der Mitchristen, wie es mit „der Gemeinde“ weiter geht, sei nachvollziehbar.
Sind es Gemeinden ohne Zukunft?
Sicherich eine der bedrängendsten gegenwärtigen Fragen.
Denn viele fragen nach „ihrer“ Gemeinde vor Ort.
Die Veränderungen seien unübersehbar, wenn auch noch sehr unterschiedlich, je nach Region.
Nicht nur die Zeiten der Gottesdienste oder die Erreichbarkeit der Hauptamtlichen hätten sich vor Ort verschoben, sondern auch die grundlegenden Wahrnehmungen.
Zunehmender Glaubensschwund, Kirchenaustritte, wenige Priester, immer größere Seelsorgeräume, so die klagenden Feststellungen nicht weniger Mitchristen.
Uns allen dürfte klar sein, dass die Bildung der Pfarreiengemeinschaft kein rein organisatorischer Prozess bleiben dürfte.
Wir müssen uns dieser kirchlichen Realität stellen, und zwar auch inhaltlich.
Die Bildung von Pfarreiengemeinschaften sei allen als Mitchristen eine neue große Aufgabe und Herausforderung wie aber auch eine große Chance.
Die Pfarreigemeinschaft Vöhringen sei mit Herrn Pfarrer Straub, mit Herrn Pfarrer Pullokaran, Herrn Kaplan Rietzler und allen pastoralen Mitarbeitern personell jedoch recht gut aufgestellt, was ihn zuversichtlich stimme.
Die Pfarreiengemeinschaft könne vielleicht auch zu einem neuen Netzwerk von Seelsorgeräumen mit den unterschiedlichsten Angeboten werden.
Die Mitglieder der Pfarreien seien selbst aufgerufen, sich über die eigene Pfarrei hinaus füreinander zu interessieren und auch das Gemeinsame zu suchen.
Ein Abenteuer, zu dem Herr Pfarrer Straub ausdrücklich alle einlade.
Bürgermeister Karl Janson übergab Herrn Pfarrer Martin Straub die Stadtchroniken und eine priesterliche Stola, Herrn Kaplan Daniel Rietzler ebenfalls das Vöhringer Stadtbuch.

Ein herzliches „Grüß Gott“ überbrachte auch Landrat Thorsten Freudenberger dem neuen Seelsorger.
Er sprach sich für ein klares Bekenntnis zum Christsein aus und versicherte unter spontanem Beifall der zahlreichen Gäste im Kulturzentrum „Wolfgang-Eychmüller-Haus“, dass, solange er im Amt sei, immer auch das Kreuz, das Symbol der Christen, seinen Platz im Landratsamt Neu-Ulm habe.
Frau Simone Vogt-Keller, die Bürgermeisterin der Nachbargemeinde Bellenberg, stellte zunächst ihre Gemeinde vor.
Auch sie hieß den neuen Pfarrer Martin Straub und Kaplan Daniel Rietzler willkommen.
Sie hoffe auf ein gutes Miteinander zwischen der politischen Gemeinde und der Kirche.
Als Symbol dieser Gemeinsamkeit übergab Pfarrer Dr. Jochen Teuffel von der Evangelischen Kirchengemeinde Vöhringen dem neuen Seelsorger eine große Brezel.
An ihr könne man sehen, dass alle Platz haben in dieser Brezel.
Er verdeutlichte an den verschlungenen Formen der Brezel diese integrierende Gemeinsamkeit der jeweiligen Mitglieder.
Er bezog sich auf den Satz im Matthäusevangelium „Ihr seid das Salz der Erde“.
Salz sei lebenswichtig, doch nur in gesunder Balance mit anderem.

Dieter Kraus, Ulm, der mit seinem Saxophon die musikalische Umrahmung des Empfangs der Stadt Vöhringen gestaltete, zeigte einmal mehr sein großes Talent und seine professionelle Versiertheit mit diesem Instrument.
Bei Häppchen und Getränken freute man sich noch einige Zeit über manche persönliche Begegnung.